Die Antwort auf diese Frage lautet: Jein. Ja, da jede Allergie, die bei einem Menschen auftritt, genetisch bedingt ist. Das bedeutet, dass eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, allergisch zu erkranken, jedoch muss dies nicht unbedingt der Fall sein. Nein, da nicht jede Allergie, die ein Elternteil besitzt, zwangsläufig auf die Kinder übertragen wird. Diese Allergie Veranlagung, bzw. genetische Übertragung von Allergien kann nur als Wahrscheinlichkeit in Prozent angegeben werden. Besitzen beispielsweise beide Elternteile dieselbe Allergie, so liegt die Wahrscheinlichkeit bei 60-80%, dass das Kind ebenfalls an dieser allergischen Überempfindsamkeit erkrankt. Ist dagegen nur ein Elternteil allergisch, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Nachwuchs ebenfalls allergisch reagiert auf 50-60%.
Die „Gene“ sind nicht an allem Schuld
Populärwissenschaft verleitet uns dazu, Halbwahrheiten zu glauben und diese auf unser eigenes Leben zu übertragen. So auch in der Genetik. Wenn das Wort „Allergiegen“ in der Presse die Runde macht, wird angenommen, dass ein einziges Gen für Allergien verantwortlich ist. So einfach ist es leider nicht, da genetische Krankheiten nur selten „monogenetisch“ (von einem einzelnen Gen verursacht), sondern häufig „polygenetisch“ (von mehreren Genen verursacht) entstehen. Um jedoch alle Wechselwirkungen zwischen den vielen tausenden von verschiedenen Genen genau bestimmen zu können, fehlt es noch an Technologie.
Allergie Veranlagung
Doch die Gene tragen nicht die gesamte Verantwortung für den Ausbruch von Allergien. Die Gesundheit eines Menschen wird nur zu 30-40% vom genetischen Material bestimmt, wobei die Umwelteinflüsse 60-70% des Zustands der Gesundheit ausmachen. Das genetische Material gibt nur eine gewisse Bandbreite von Möglichkeiten vor, in denen allergische Reaktionen verlaufen können. Die Umwelteinflüsse geben den entscheidenden Ausschlag, ob eine bestimmte allergische Reaktion ausbricht oder nicht. In den ersten Monaten, kann z.B. durch eine vitaminreiche Kost und Stillen bis zum sechsten Monat die Wahrscheinlichkeit einer Allergieerkrankung deutlich gesenkt werden. Lebensmittelallergien, Heuschnupfen, Asthma etc. werden nicht vererbt, sondern lediglich die Allergie Veranlagung dazu.
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